Bonjour
TristesseI
«Tschita»,
das klingt für viele Russen wie ein düsteres Mauseloch am
Ende des Riesenlands
Das in Südostsibirien
unweit der chinesischen und der mongolischen Grenze gelegene Tschita
beherbergt rund 300 000 Einwohner. Wohl liegt die Hauptstadt der Region
Transbaikalien an der Transsibirischen Eisenbahn, doch gilt sie Russland
als Synonym für Trostlosigkeit und Rückständigkeit. Die
Stadt scheint verloren, und doch geht es aufwärts. Warum nur? 
Qingdao
– grüne Insel am Gelben Meer
Porträt
einer chinesischen Stadt, die deutsche Kolonialherren vor hundert Jahren
erbauten
Qingdao, am Gelben
Meer zwischen Peking und Schanghai gelegen, ist ein Austragungsort der
Olympischen Sommerspiele. Gäste aus aller Welt verfolgen hier Segelregatten
und staunen über eine Stadt, die in vielerlei Hinsicht nicht chinesisch
wirkt. 
Die
Harmonie der zwei KlassenI
Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehr
in China – heute, morgen und gestern.
Seit der Einführung
der Harmonie-Schnellzüge im April 2007 rücken viele Metropolen
Chinas näher zusammen. Für die wachsende Mittelschicht avanciert
der Express zu einer Alternative zum Flugzeug. Es ist nicht das erste
Mal, dass China Eisenbahngeschichte schreibt. 
Der lebende
BuddhaI
Das Massaker
von Nanjing
Vor
70 Jahren besetzten japanische Truppen die damalige chinesische Hauptstadt.
Ein "guter Nazi" rettete unzählige Menschen vor dem Tod.
Amour jenseits
des Amur I
Junge Frauen
aus dem Fernen Osten Russlands suchen im nahen China ihr Glück.
Manche werden fündig.
Zurückgelehnt
ins weiche Polster des Buick Shanghai gleitet Anastasia durch den Harbiner
Berufsverkehr. Sie prüft ihr Make-up im Beifahrerspiegel. "California
Dreaming" summt aus den Boxen. 
Jenseits
des SteppenhügelsI
Ein Bericht
aus den Grenzstädten Zabajkalsk in Russland und Manzhouli in China
Nicht immer braucht
es Ozeane, Bergkämme oder breite Ströme, um Welten voneinander
zu trennen. Über die sanften Steppenhügel der russisch-chinesischen
Grenze sind es lediglich ein rostiger Zaun und eine rote Linie auf der
Landkarte, aber der Unterschied von hüben und drüben zwischen
Zabajkalsk und Manzhouli ist radikal. 
Stadt
im UmbruchI
Peking verwandelt
sich in eine Megalopolis der globalen Welt
Der Wirtschaftsboom
und die Bautätigkeit im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008
verändern das Stadtbild von Peking in rasantem Tempo. Dies zeigt
sich vor allem abseits der gängigen Touristenpfade. 
Wo
Russen ganz chinesisch sindI
Der
kleine Ort Heishantou an der chinesisch-russischen Grenze entdeckt langsam
den Tourismus. In dieser Gegend leben Russen, Mongolen und viele andere
Minderheiten zusammen.
Staub
wirbelt auf und verdeckt die grelle Sommersonne. Zhang Dongping schaut
dem alten Jeep hinterher, der auf der Schotterpiste vorbeizieht. 
Ein
endloser AufstiegI
Der
oft prophezeite Wachstumskollaps hat die Volksrepublik China bisher
nicht ereilt
Statistiken
sind im Spiel, wann immer von China als Wirtschafts- und Weltmacht die
Rede ist. Ein Zahlenspektakel, das unsere Phantasie anregt, Furcht und
Respekt gleichermaßen hervorruft: Das fünfte Jahr in Folge
dürfte die Volksrepublik 2007 ein zweistelliges Wachstum verbuchen.
,O’zapft
is“ auf ChinesischI
Seit
2001 richtet die Stadt Harbin ein Bierfest aus. Dabei scheut man sich
nicht vor Vergleichen mit dem Oktoberfest.
Auch
Chinesen trinken Bier, besonders lokale Marken sind gefragt. ,,Natürlich
trinke ich Harbin-Bier am liebsten. Es hat einen runden, frischen Geschmack“,
sagt Taxifahrer Wang Qiang - ganz wie in einem Werbespot - und legt
seine Hande auf den nackten Bauch. 
Der Traum
der Zelter vom BetonI
Nomaden
der Grossstadt – jede Stunde fast kommt eine neue Familie auf
der Flucht vom Land im mongolischen Ulaanbaatar an
Etwa sechzig Prozent
der Bevölkerung der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar leben in
Gers, den traditionellen mongolischen Jurten. Die rasante Landflucht
stellt die Metropole heute vor ökologische und soziale Probleme.
Während viele Mongolen von einem Zuhause aus Stein träumen,
suchen Entwicklungshelfer nach Auswegen aus dem Dilemma. 
Die lange
Reise der Händlerin SurderdeneI
Ulan Bator
- Peking und zurück: Alle 14 Tage fährt die Mongolin nach
China, um Waren für den heimischen Zentralmarkt zu kaufen
Der Fahrer des zerbeulten
Kleinbusses flucht und kaut nervös auf dem Zigarettenstummel. Wieder
hat sich ein Jeep in die Schlange vor ihm gedrängt. Plötzlich
fährt ein anderes Auto von hinten auf seinen Bus drauf, Stoßstangen
reiben aneinander. 
Tante Frosja
lebt nicht mehr
I
Der Untergang
der russischen Diaspora im Fernen Osten am Beispiel Harbins
In den zwanziger
Jahren war Harbin im Nordosten Chinas eine politische und kulturelle
Hochburg des russischen Exils. 200 000 Menschen, überwiegend
Russen und Chinesen, lebten damals in Harbin und gaben der Stadt am
Songhua-Fluss ein multikulturelles Gepräge. Während die alten
Russen abtreten, bevölkern heute wieder - aus ganz anderen Gründen
- einige tausend neue Russen die Sechs-Millionen-Metropole. 
Garantiert
nicht gefälschtI
Mehr
als eine Kopie: An der Pekinger Tsinghua-Universität entsteht ein
internationales Technologie-Forschungszentrum.
In
Haidian, einem Stadtteil im Nordwesten Pekings, entsteht ein neues,
ein anderes China. In das Meer sozialistischer Zweckbauten und der eilig
in den 1990er Jahren errichteten Hörsaal- und Institutsgebäude
mit beigefarbener Kachelfassade reihen sich edle Blickfänge aus
Glas und Edelstahl. Gebäude, die eher an die von mächtigen
Unternehmen gestifteten Forschungspaläste auf dem Campus von Stanford
denn an pragmatische Bauten einer aufstrebenden Industriemacht erinnern.

Langer
Marsch
Die Olympischen
Spiele 2008. Peking wird auf den Kopf gestellt, sagen die Veranstalter
Sie entfalten schon
jetzt ihre polarisierende Macht - Skeptiker prophezeien für die
Olympischen Spiele 2008 eine medienwirksame "Ouvertüre des
chinesischen Jahrhunderts", das von einem Kulturkampf zwischen
Ost und West geprägt sein werde. Regimekritiker in Peking erwarten
eine Propagandaschlacht, mit der die Volksrepublik ihren Aufstieg zur
Weltmacht unterstreichen wolle. Millionen Chinesen wiederum freuen sich
schlicht auf das aus ihrer Sicht "größte Sportereignis
der Geschichte". Was erwartet die Welt tatsächlich im August
des Jahres 2008? 
Eine Stadt
des Intellekts
I
Vom Wandel
und von der Zukunft der Universität: eine Reise ins kalifornische
Berkeley
Ein halbes Jahrhundert
lang erlebten geisteswissenschaftliche Fakultäten in Europa wie
den USA eine beispiellose Blüte. Sie emanzipierten sich von blossen
Ausbildungsstätten für den akademischen und gymnasialen Betrieb
hin zu einer unentbehrlichen Basis des breiten Arbeitsmarktes. Doch
seit einigen Jahren stecken sie in einer Sinn- und Rechtfertigungskrise.
Wissenschafter wie Studenten suchen nach einer Neuausrichtung. 
berkeley-blog
Verbrecherische
Versuche am Menschen
Das chinesische
Pingfang - Mahnmal und Ikone japanischen Terrors
Während der
Befreiung Nordostchinas von den japanischen Besatzern vor sechzig Jahren
stiessen Truppen der Roten Armee bei Harbin auf Spuren schlimmster Kriegsverbrechen.
Egoismen in Tokio und Peking sorgen heute dafür, dass dieser Ort
des Terrors zunehmend zur Projektionsfläche eines zweifelhaften
Patriotismus wird.

Eine Stadt
der Sieger
Goldgräber-Stimmung
in der Glitzer-City Suifenhe
Funkelnde Lichterketten
hängen über den andächtigen Kirchgängern, ohne dem
ansonsten kahlen Raum die Strenge zu nehmen. Auf einem Keyboard spielt
der Geistliche ungerührt sein Gesangbuch-Repertoire herunter, und
die etwa 200 Gläubigen, ausnahmslos Chinesen, singen ihm folgsam
hinterher. Was wie eine improvisierte Festgesellschaft anmutet, ist
der sonntägliche Gottesdienst in der russisch-orthodoxen Gemeinde
von Suifenhe. 
Politik
auf unserer HautI
In
seinem neuen Roman "Kriegspack" nähert sich Ha Jin dem
amerikanischen Leser durch die Hintertür und beschert uns einen
authentischen Einblick in die Abgründe des Koreakrieges
Glaubt man Ha Jins Sprache, so ist sein dritter, mit dem PEN/Faulkner-Award
ausgezeichneter Roman nur eine Station auf der Reise von China nach
Amerika.

Gerüche
der Straße
Vom kleinen
und großen Glück im Nordosten Chinas. Die Stadt Harbin mit
ihren Blechlawinen, Flickschustern und dem städtischen Filz. Von
schlichten Träumen des Plastiksammlers und tierfreundlichen Freizeitbeschäftigungen
der Reichen
Das Schwimmen im
Fluss ist für Zhang Maer ein Morgenritual, keinen Tag des kurzen
Sommers in Harbin lässt er verstreichen, ohne zu baden. 
Europa –
ein gemeinsames Haus?
Der Weltkongress
der Osteuropa-Wissenschafter in Berlin
Osteuropa-Wissenschafter
aus der ganzen Welt haben sich in Berlin eingefunden, um über die
Chancen und Perspektiven der erweiterten Europäischen Union zu
diskutieren. Die bedeutendste Zusammenkunft von Forschern dieses Bereichs
fand statt in einer Zeit europäischer Zerwürfnisse, die sich
auch entlang der Ost-West-Achse auftun. 
Spontan
geduldet
China.
Die anti-japanischen Proteste bezeugen einen florierenden Patriotismus
im Reich der Mitte
Wütende
Menschen werfen mit Eiern und Flaschen auf das japanische Generalkonsulat
in Shanghai. Die Polizei greift nach Augenzeugenberichten trotz starker
Präsenz nicht ein. Zu Übergriffen kommt es auch an der Botschafterresidenz
in Peking - den Platz des Himmlischen Friedens haben Sicherheitskräfte
seit Tagen abgeriegelt. 
Täter
und andere Opfer
Wegen
eines Schulbuchs, das die Gräueltaten von Japans Armee im Zweiten
Weltkrieg relativiert, kommt es in China immer wieder zu antijapanischen
Demonstrationen. In Harbin, einer Millionenmetropole mit dunkler Vergangenheit,
weiß man, warum.
"Seit
ich von den verprügelten Landsleuten in anderen Städten Chinas
gehört habe, bin ich vorsichtiger geworden", sagt Taka Gunji.

Ein
berstender Modellbaukasten
Kasan
vor dem Millennium 2005. Stadtbrachen und die Träume der "Neuen
Russen"
Durch
die Jamarotschnaja-Straße im alten Zentrum von Kasan weht ein
Hauch von Welt in die repräsentable Urbanität der südrussischen
Provinz: Auf einem Hügel im Osten erhebt sich der strahlend weiß
getünchte Kreml* aus dem 16. Jahrhundert, teilweise überragt
von der Kul-Scharif-Moschee, die noch im Rohbau verharrt, aber demnächst
geweiht werden soll. 
Humboldt
in Russland
Die Universität Kasan begeht ihren 200. Geburtstag
In der Gründung der Universität von Kasan nach deutschem Vorbild
vor zweihundert Jahren schlug sich der Bildungsoptimismus nieder, der
die Regentschaft Katharinas der Grossen prägte. Heute, dreizehn
Jahre nach dem Sturz des sowjetischen Regimes, leidet das Haus unter
Geldmangel, Abwanderung und verknöcherten Strukturen. 
Strandgut
auf Ziegenwerder
Die
Oder, der geplatzte Traum des Kasachen und der Bundesgrenzschutz in
Schieflage
Die
Frankfurter lieben ihren Ziegenwerder, denn der Blick vom „Europagarten“
über die Oder nach Polen ist idyllisch. An der Uferpromenade wähnen
sich Spaziergänger nicht gerade an einem natürlichen Limes,
der noch das „alte“ vom „neuen“ Europa trennt.
Doch am Ostersamstag war das anders. 
Moskau
liegt mitten in Deutschland
Wer
sich 2003 durch die Straßen Berlins bewegte, wähnte sich
manchmal fast schon in Russland. So, als verlaufe gleich hier hinter
der Spree die Grenze zu einer anderen Welt, wie noch vor einigen Jahren
nach Ostberlin, begegnete man allenthalben Russischem in der Stadt.

Die
Kunst ohne Ghettos
Interview
mit Jekaterina Degot, Co-Kuratorin der Ausstellung „Berlin-Moskau
1950-2000“
Frau
Degot, was ist Russland in Berlin, in Deutschland, im Jahr 2003 für
Sie?
Es
gibt viele Russen in Berlin. Ich habe viele deutsche Freunde, die Russisch
sprechen, und deutsche Freunde, die zwar kein Russisch sprechen, sich
aber dennoch für Russland interessieren. Deshalb fühle ich
mich in Berlin sehr zu Hause. 
Der
Tempel am Wolga-Ufer
Russland.
Meister Ildar aus Stary Araktschino lebt seinen Traum von einer Friedensstadt
Stary
Araktschino liegt an einem großen Wolga-Bogen bei Kasan. Der Strom
wirkt hier breit wie ein Meer. Über die niedrigen Holzhäuser
am Ufer ragt ein neues merkwürdiges Gebäude. Vierzehn bunte
Türme ragen dicht an dicht in den Himmel. Die Symbole aller Weltreligionen
krönen ihre Spitzen. Was ist das? Ein Schloss? Eine Kirche? Und
wer ist der Bauherr? 
Wir
sind Ninjakämpfer
Sowjetunion
heute: Nicht erinnern, daß man umgezogen ist. Wie die Band Leningrad
einmal Berlin besuchte
Und
es begab sich eines Donnerstagnachmittags zu Berlin, daß vierzehn
russische Männer am Halleschen Tor die U6 Richtung Alt-Tegel betreten.

Stellenweise
Aprilschlamm
Russland.
Suche nach einem Grab, das es nicht mehr gibt
Das
Dorf Ssawostjanowo liegt auf einem grauen Flecken Erde zwischen Moskau
und Minsk. Gerade holt Aprilluft letzte Schneeflecken von den Feldern,
lauer Frühlingswind bestreicht die Gegend unter dem rötlich-grauen
Himmel im Westen. 
Neun
Kilometer zwischen zwei Welten
Russland
- China. Fernöstliche Grenzüberschreitung: von Sabaikalsk
nach Manzhouli
Tausende
Kilometer Land durchquert das Auge und meint, alles zu kennen. Die gespeicherten
Bilder werden nur abgerufen, immer wieder. Monokultur Sibirien. Städte,
selbst Dörfer sind austauschbar - zumindest für den Zugreisenden.
Bahnhöfe unterscheiden sich oft nur in ihren Namen. Manchmal tragen
sie gar nur Kilometerangaben. Alles eins. 